Krombacher rettet 1qm Regenwald je verkaufte Kiste Bier, Benefiz-Galas sammeln Geld für AIDS-Stiftungen, Welthungerhilfe, Unesco oder Kinderhilfsorganisationen und auch Autodesk hat das benefizen für sich entdeckt. Mit "You get. We give." unterstützt Autodesk die Organisation "Engineers without borders USA".

Keine Frage, Wohltätigkeitsveranstaltungen sind grundsätzlich eine gute Sache und teilweise überaus erfolgreich. Zynische Eigenwerbung, die die Not anderer ausnutzt, soll hier deshalb nicht das Thema sein – selbst wenn Autodesk vielleicht nicht ganz den Rahmen trifft.

Interessant sind vielmehr die Zahlen:
Am 27.11.2012 startete man die Aktion „You Get. We Give“: Autodesk will für jede kostenlose Registrierung beim Cloud-Service „Autodesk 360“ einen US-Dollar an "Engineers Without Borders USA" spenden, eine Organisation, die sich weltweit um technische Hilfsmaßnahmen kümmert.

Lassen wir diesen einen US$/Cloud-Anwender und die maximal ausgerufenen 30.000,- US$ beiseite. Beachtenswert sind vielmehr die 1550,- US$, die bis Ende Januar 2013 erreicht werden konnten. 1550,- US$ entspricht nach den vorliegenden Informationen ganzen 1550 Anwendern, die sich bei „Autodesk 360“ seit Ende November 2012 registriert haben. Die Hälfte davon übrigens erst in den letzten beiden Wochen.

Nun wird „Autodesk 360“ seit mehr als einem Jahr als „Das nächste große Ding“ beworben. Myriaden von Nutzern sind angeblich bereits in Autodesks Cloud unterwegs und zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass die Cloud permanent weiter an Fahrt aufnimmt – wer jetzt nicht mitmacht, wird zurückgelassen und alle anderen machen sowieso schon mit.

Belastbare Nutzerzahlen indes sind allerdings genauso wenig auszumachen wie eine Definition dessen, was Autodesk bezogen auf Nutzerzahlen jeweils als seine Cloud bezeichnet – eine Unterscheidung, ob es sich um professionelle Cloud-Dienste wie PLM, Rendering und Simulation handelt oder ob auch die üblichen App-Dienste für die Privatnutzer von beispielsweise Sketchbook oder Pixlr gemeint sind, ist völlig unklar.

Also wo ist er, der breite Strom von Firmen und Anwendern, die in die Cloud ziehen? 1550 Registrierungen in 2 Monaten – und wie man weiß bedeutet Anmeldung nicht gleich Nutzung - sind für ein Unternehmen wie Autodesk mit nach eigenen Angaben mehr als 9 Millionen professionellen Kunden eher ein tropfender Wasserhahn, bestenfalls ein Rinnsal.

Was hält die Kunden davon ab, Autodesks Wolke zu nutzen? Ist es die immer wieder zitierte unklare Datensicherheitslage? Das Gefühl des Kontrollverlusts des Kunden? Oder ist es schlicht Misstrauen, weil Autodesk schon bei dem relativ einfachen Cloud-Dienst Online-Hilfe keine souveräne Figur macht. Ähnlich wie beim Online-Service des Subscription Centers scheint man auch hier eher der Devise zu folgen: "Läuft doch. Lasst uns jetzt etwas völlig anderes machen."

Mit professionellen Anwendungen darf so nicht umgegangen werden. Nutzer dieser Werkzeuge werden für ihre Ergebnisse bezahlt oder verklagt. Unvollständige, fehlerhafte oder momentan nicht verfügbare Werkzeuge darf es nicht geben. All dies konnte und kann bei den Autodesk Wölkchen Online-Hilfe und Subscription Center beobachtet werden.

Keine gute Werbung für die Cloud!

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